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Advent, Advent, die Wohnung brennt - Wenn vor dem Fest der Liebe die Liebe glüht ...

Advent, Advent, die Wohnung brennt - Wenn vor dem Fest der Liebe die Liebe glüht ...

Die Advents- und Weihnachtszeit ist jedes Jahr aufs Neue „Brandzeit“. In den Wochen um den Jahreswechsel herum „brennt“ es in deutschen Haushalten. 

Wolfgang Büser, Wirtschaftsjournalist. sparen.de-Experte für alle Rechtsfragen.

Nach ca. dreißig Jahren im öffentlichen Dienst ist Wolfgang Büser, im Übrigen auch als Lehrer in der Erwachsenenbildung, als Wirtschaftsjournalist für Tageszeitungen, Wochenzeitungen sowie Monatszeitungen tätig. Herr Büser steht Verbrauchern regelmäßig im ARD-Morgenmaga­zin, in der ZDF-Dreh­scheibe, zwei Landesfernseh- sowie verschiedenen Rundfunkanstalten mit Rat und Tat zur Seite.

Überdies war Herr Büser für die Fernsehsendungen ZDF-„Streit um drei“, ZDF-„Kerner“ und das SAT.1-Frühstücks­fern­se­hen als Rechtsexperte tätig.

von Wolfgang Büser und Maik Heitmann

Ist ein Haus ganz oder teilweise abgebrannt, so ist für Hausbesitzer die Wohngebäudeversicherung der Ansprechpartner. Beschädigte Einrichtungsgegenstände, dazu zählen auch die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, sind ein Fall für die Hausratversicherung.

Die genaue Zahl der Brände, für die Kerzen oder Lichterketten verantwortlich sind, die eigentlich eine gemütliche Stimmung verbreiten sollen, ist nicht zu benennen. Es gibt interessante Gerichtsverhandlungen zu Brandfällen um die Adventszeit und Weihnachten herum. Eine Auswahl:

Ein Mann hatte am Silvesternachmittag „zwei Sekt“ getrunken und anschließend seinen Partykeller für die am Abend anstehende Feier vorbereitet. Dazu schob er zwei wertvolle Teppiche an die Seite und zündete gleichzeitig Kerzen auf einem Ständer an - in unmittelbarer Nähe zu den zusammengerollten Teppichen. Er legte sich hin, eine Kerze fiel auf einen Teppich und - man ahnt es schon...

Nun verlangte er von seiner Hausratversicherung, dass sie den Teppich ersetze. Die weigerte sich und behielt schließlich vor dem Oberlandesgericht Köln die Oberhand. (AZ: 9 U 113/09)

Fahrlässigkeit? „Grob" oder „einfach" - das ist die Frage

In einem Fall vor dem Bundesgerichtshof (BGH) hatte eine Mieterin vermutlich einen Brand verursacht, weil sie wohl Kerzen an einem Adventskranz nicht gelöscht hatte, bevor sie ins Bett ging. Sie bestritt das. Jedenfalls verlangte die Wohngebäudeversicherung des Vermieters, die den Schaden regulierte, Regress von der Bewohnerin. Es ging um 25.750 Euro.

Der BGH urteilte, dass die Versicherung nur dann Schadenersatz gegen die Mieterin - beziehungsweise gegen deren Privathaftpflichtversicherung - durchsetzen könne, wenn sie beweisen kann, dass die Dame „grob" fahrlässig gehandelt habe. Einfach fahrlässiges Handeln reiche nicht aus. (AZ: VIII ZR 67/06)

Kinder und Feuer

Vierjährige Zwillinge wedelten unmittelbar am Weihnachtsbaum mit Wunderkerzen herum, so dass der Feuer fing und das ganze Haus abbrannte. Die Feuerversicherung des Hausbesitzers warf den Eltern der Kinder (als Mieter) vor, die Aufsichtspflicht verletzt zu haben und verlangte Schadenersatz von den Eltern. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main wies die Forderung ab. Eine Aufsichtspflicht könne den Eltern nicht angelastet werden, weil sie nicht damit rechnen mussten, dass die Aktion derart verheerende Folgen haben würde. Das gelte zumal dann, wenn der Baum - hier am 2. Weihnachtsfeiertag - noch nicht ausgetrocknet war. Damit lag eine grobe Fahrlässigkeit nicht vor. (OLG Frankfurt am Main, 3 U 104/05)

Ein Mann und seine Freundin beendeten ein Frühstück statt am Frühstückstisch, auf dem der Adventskranz mit angezündeten Kerzen stand, im Bett. Sie bemerkten nicht, dass in der Küche ein Feuer ausbrach, das später die halbe Wohnungseinrichtung zerstören sollte. Die Hausratversicherung weigerte sich, den Schaden (32.000 €) - zu regulieren. Ihr Argument: Das Paar habe Vorfall grob fahrlässig verursacht. Das Oberlandesgericht Düsseldorf widersprach dem: „Vergesslichkeit aufgrund körperlicher Reize unter Partnern ist ein entschuldbares Fehlverhalten". (AZ: 4 U 182/98)

Im Sommer wird kein Advent gefeiert - Eine Hausratversicherung muss den Schaden nach einem Wohnungsbrand nicht übernehmen, wenn der Versicherte noch im Sommer den Adventskranz aus der vergangenen Weihnachtszeit "befeuert", die Kerzen beim Verlassen des Zimmers zwar löscht, die ausgetrockneten Zweige aber dennoch Feuer fangen. Die Richter des Oberlandesgerichts Oldenburg werteten das Verhalten als grob fahrlässig. (AZ: 2 0 300/00)

Damit es nicht zu einem Brand kommt, gibt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft unter www.gdv.de Tipps zur Vorbeugung - auch für Kinder. Ebenso wird das richtige Verhalten im Brandfall thematisiert.